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Wie hoch ist die Versicherungspflichtgrenze 2020?

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Versicherungspflichtgrenze

In diesem Artikel klären wir die Frage, wie hoch die Versicherungspflichtgrenze 2020 ist. Zudem zeigen wir wie hoch die Jahresentgeltgrenze in den vorherigen Jahren gewesen ist. 

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Was ist die Versicherungspflichtgrenze?

Die Versicherungspflichtgrenze (auch Jahresarbeitsentgeltgrenze) legt die Obergrenze fest zu der sich Arbeitnehmer gesetzlich versichern müssen. Sie ist eine Bestimmungsgröße der Sozialversicherung. Verdient ein Arbeitnehmer regelmäßig unter der Versicherungspflichtgrenze so ist er in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Liegt der Arbeitnehmer über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, so kann er sich privat versichern lassen. 

Versicherungspflichtgrenze private Krankenversicherung

Wer regelmäßig ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze bezieht, darf sich privat versichern lassen. Es handelt sich dabei für viele Arbeitnehmer um einen großen Schritt.Schließlich trifft man so eine Entscheidung in der Regel für das gesamte restliche Leben. 

Doch keine Sorge: Niemand muss sich privat versichern lassen. Für viele ist es jedoch die sinnvollste Alternative. Die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung oberhalb der Versicherungspflichtgrenze sind sehr hoch, da sie mit dem Einkommen skalieren. 

Die Beiträge der privaten Krankenversicherung hingegen bleiben Einkommensstabil und richten sich nur nach dem Alter und den gebildeten Rückstellungen.

Aktuell liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 5212,50 € monatlich bzw. 62.550 € jährlich. (Stand 2020)

Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung

Im Gegensatz zur Versicherungspflichtgrenze damit man sich privat versichern kann, gibt es keine Pflichtgrenze um in die gesetzliche Krankenversicherung zu kommen.  

Jeder Arbeitnehmer in einer Festanstellung ist automatisch gesetzlich versichert.
Dabei muss der Verdienst im Job jedoch über 450 Euro monatlich betragen. 

Es gibt nur eine Untergrenze für Arbeitnehmer welche sich privat versichern wollen. Diese müssen ein regelmäßiges Einkommen über 62.550 Euro jährlich aufweisen können. Dann haben sie die Möglichkeit in die private Krankenversicherung zu wechseln

Weitere Voraussetzungen für die private Krankenversicherung?

Es gibt keine weiteren gesetzlichen Voraussetzungen um in die private Krankenversicherung einzutreten. Solange der Arbeitnehmer die gesetzliche Versicherungspflichtgrenze überschreitet, hat er die Möglichkeit sich privat versichern zu lassen. 

Die private Krankenversicherung muss den Arbeitnehmer jedoch nicht zwangsweise eintreten lassen. Es herrschen meist strenge Auflagen um in die private Krankenversicherung eintreten zu dürfen. Extremes Übergewicht, Psychologische Behandlungen oder Erkrankungen führen oftmals zur Ablehnung oder zu hohen Zuschlägen.

Daher ist nicht jeder Arbeitnehmer, welcher oberhalb der Versicherungspflichtgrenze verdient, auch ein geeigneter Kandidat für die private Krankenversicherung. 

Warum gibt es eine Versicherungspflichtgrenze?

Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist an die Versicherungspflichtgrenze gebunden. Doch warum existiert diese für Arbeitnehmer? 

Böse Zungen mögen behaupten, dass die Pflichtgrenze existiert, um möglichst viele (junge) Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung zu halten. Die Systeme der privaten Krankenversicherung und das der gesetzlichen Krankenversicherung setzen beide auf junge, gesunde Arbeitnehmer. Diese leiden meist noch nicht an starken Erkrankungen und zahlen viel Geld ein ohne große Leistungen in Anspruch zu nehmen. Daher sind junge Arbeitnehmer auch so beliebt bei Krankenversicherungen. Besonders in der privaten Krankenversicherung sind die Beiträge für Arbeitnehmer sehr günstig. 

Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund für die Versicherungspflichtgrenze: Nicht jeder kennt sich mit dem Thema Versicherungen aus. Gerade junge Arbeitnehmer, welche sich mit den jeweiligen Systemen nicht auseinandergesetzt haben, werden von den hohen Leistungen und niedrigen Beiträgen von der privaten Krankenversicherung angezogen. Diese Entscheidung ist jedoch immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Schließlich ist der Beitrag in der privaten Krankenversicherung fix. Das bedeutet, dass dieser mit höherem Einkommen nicht weiter steigt, während die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung bis zu einer Höchstgrenze prozentual ansteigt.
Der maximal vom Arbeitnehmer zu zahlende Monatsbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung kann daher  schnell bei 450€ liegen (abhängig vom Zusatzbeitrag der Krankenversicherung, inklusive Pflegepflichtversicherung). 

Wichtig! Das bedeutet jedoch auch, dass die Beiträge in der privaten Krankenversicherung nicht weiter sinken. Wenn weniger verdient wird, verringert sich der Beitrag nicht anhand des Einkommens. Familienangehörige (Ehepartner/Kinder) sind ebenfalls nicht automatisch kostenfrei mitversichert.

Aufgrund dieser Gründe besteht daher eine Versicherungspflichtgrenze. Der Staat hält ein automatisches, gesetzliches Schutzbedürfnis ab einer gewissen Einkommensgrenze jedoch für nicht weiter notwendig. 

So hoch lag die Versicherungspflichtgrenze 2019

Die Versicherungspflichtgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung für das Jahr 2019 lag bei einem monatlichen Einkommen in Höhe von 4.950 Euro bzw. 59.400 Euro jährlich.   

So hoch liegt die Versicherungspflichtgrenze 2020

Die Versicherungspflichtgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung für das Jahr 2020 liegt bei einem monatlichen Einkommen in Höhe von 5.062,50 Euro bzw. 60.750 Euro jährlich. 

Entwicklung der Versicherungspflichtgrenze der letzten Jahre:

Versicherungspflichtgrenzen von Versicherungstipp.net

Die Graphik zeigt die Entwicklung der Versicherungspflichtgrenze seit 2003. Wie ihr sehen könnt, steigt die Versicherungspflichtgrenze jährlich zwischen 1% und 3%. Auffällig hierbei ist, dass die Beiträge vor allem in den letzten Jahren stark angestiegen sind.

 

JahrBeitragErhöhung Vorjahr
200446.350 €0,98%
200546.800 €0,97%
200647.250 €0,96%
200747.700 €0,95%
200848.150 €0,94%
200948.600 €0,93%
201049.950 €2,78%
201149.500 €-0,90%
201250.850 €2,73%
201352.200 €2,65%
201453.550 €2,59%
201554.900 €2,52%
201656.250 €2,46%
201757.600 €2,40%
201859.400 €3,13%
201960.750 €2,27%
202062.550 €2,96%

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